Geschichte

Das dänische Schulsystem in Südschleswig hat seinen Ursprung in der Grenzziehung von 1920. Heute betreibt der dänische Schulverein 56 Kindertagesstätten und 45 Schulen, davon zwei mit gymnasialer Oberstufe.

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Das heutige dänische Schulsystem in Südschleswig hat seinen Ursprung in der Grenzziehung von 1920. Die Lage der neuen Grenze war das Ergebnis einer demokratischen Volksabstimmung. Damals wurde das alte Herzogtum Schleswig zwischen Dänemark und Deutschland aufgeteilt. Dadurch entstand eine dänische Minderheit in Südschleswig und eine deutsche Minderheit in Nordschleswig. Als eine der ersten Reaktionen auf die neue politische und rechtliche Situation in Südschleswig gründete eine Gruppe dänischgesinnter Eltern am 5. Mai 1920 einen dänischen Schulverein in Flensburg.

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Gewährleistung dänischer Schulbildung

Der dänische Schulverein verfolgte das Ziel, dänische Schulbildung für die Kinder in der dänischen Minderheit zu gewährleisten. Zunächst wurden alle Kräfte auf die Gründung dänischer Schulen in Flensburg gebündelt. Später sollte die Arbeit des Vereins den ganzen Landesteil umfassen.

Explosiver Zuwachs nach dem Krieg

Anfang der 1920er musste die dänische Minderheit für seine Existenzberechtigung und das Recht kämpfen, Schulen zu gründen und zu betreiben. Insbesondere während der nationalsozialistischen Herrschaft (1933-45) hatte das dänische Schulwesen außerordentlich schwierige Arbeitsbedingungen. 1936 zählten die damals zehn dänischen Schulen noch etwa 1000 Schülerinnen und Schüler. Ende des Zweiten Weltkrieges im Frühling 1945 war die Zahl der Schulkinder mehr als halbiert. Nach Beendigung des Krieges konnte das dänische Schulwesen einen fast explosionsartigen Zuwachs an Schülerinnen und Schülern verzeichnen. Nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 und Unterzeichnung der Bonn-Kopenhagener Erklärungen 1955 normalisierte sich die Entwicklung schließlich wieder.

Seit den 1960ern haben die dänischen Kindertagesstätten und Schulen einen stabilen Zuwachs verzeichnet. Die Zahl der Schulkinder in dänischen Schulen hat sich im Großen und Ganzen proportional zu den Kinderzahlen entwickelt. 2011 sind in den 45 dänischen Schulen in Südschleswig 5.700 Schülerinnen und Schüler beschult worden.

Dänische Gymnasien in Südschleswig

Bis 2008 war die Duborg-Skolen in Flensburg das einzige dänische Gymnasium in Süd­schleswig. Im Zusammenhang mit einer generellen Umstrukturierung zu Gemeinschaftsschulen schenkte die dänische Stiftung »A. P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal« der dänischen Minderheit eine ganz neue Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe. Die Schule mit dem Namen A. P. Møller Skolen wurde in Schleswig mit Kapazität für 650 Schülerinnen und Schüler errichtet.

Gründung von Kindertagesstätten

Parallel zur Etablierung dänischer Schulen, wurde der Bereich der dänischen Kindertagesstätten weiterentwickelt. Der erste Kindergarten des dänischen Schulvereins konnte 1922 in Flensburg eingeweiht werden.

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Heute betreibt der dänische Schulverein 56 Kindertagesstätten in Südschleswig, mehrere davon mit Krippenabteilung. Perspektivisch sollen noch mehr Einrichtungen um Krippenplätze ergänzt werden.